A2A - Apps to Automotive 2013

Die 4. Fachtagung A2A - Apps to Automotive am 16. und 17. Mai fand bei den rund 120 Teilnehmern ein sehr positives Echo. Die Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung gaben aus unterschiedlichsten Perspektiven Einsicht in das Entwicklungsfeld mobiler Endgeräte und Applikationen im Fahrzeug und sorgten bei den Teilnehmern für rege Diskussionen und neue Denkanstöße.


Wie in den Vorjahren fand die A2A-Tagung als Teil des "Open Forum" statt, eine Initiative der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart mit dem Ziel, verschiedenen Teilnehmergruppen eine Basis zum Austausch zu bieten. Der gemeinsame Veranstaltungsort für die A2A und ihre Parallelveranstaltung "Softwarekompetenz für die Zukunft" war das Neckarforum in Esslingen am Neckar.

Auch im vierten Jahr setzte die A2A wieder auf das bewährte Konzept einer ausgewogenen Mischung an Fachvorträgen und legte den Fokus auf branchenübergreifende Vernetzung. Masterstudenten der Hochschule der Medien Stuttgart waren dabei ebenso unter den Referenten wie Experten von Softwareunternehmen, Entwicklungspartnern und den Premiumherstellern Daimler, BMW und Audi. Entsprechend vielseitig und hochspannend gestaltete sich das zweitägige Veranstaltungsprogramm.

Ein Themenschwerpunkt der Tagung wurde bereits in der für beide Tagungen gemeinsamen Opening Keynote von Buchautor und Chairman von XPLANE Dave Gray aufgegriffen: Wohin geht der Trend bei Fahrzeugen und Softwareprodukten und wie können Automobil- und Softwareindustrie die zukünftigen Entwicklungen bestmöglich mitgehen und nutzen? Immer mehr verschiebt sich für die Konsumenten der Fokus vom Produkt selbst auf die mit ihm verknüpften Serviceangebote. Der Mensch wird zum Zentrum eines Netzwerks seiner Produkte und Services. Für die Automobilhersteller bedeute das ein Umdenken, betonte Dave Gray: von der Kundenumfrage hin zur Analyse des gesamten Netzwerks des Kunden und zur Kooperation mit Dienstleistern, um mehr als nur ein Produkt anbieten zu können, sondern Teil des Netzwerks zu werden und es zu erweitern. Seine Vision eines iCar erscheint inzwischen als durchaus mögliches Szenario.

Auch Wolfram Herzog von SIC! Software machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Marktverhältnisse für Automobilhersteller jetzt gute Bedingungen bieten, um mit Herstellern von Software und mobilen Endgeräten zusammenzuarbeiten. Für die Zukunft sieht er eine Verschiebung der Marktmacht zugunsten der Smartphones und Tablets, und dadurch eine schwindende Gestaltungsfreiheit für die OEMs bei der Kooperation.

Bei BMW und Audi blieb diese Entwicklung nicht unerkannt. Wie aus ihren Erfahrungsberichten hervorging, ist die Vernetzung des Fahrzeugs mit mobilen Endgeräten und Applikationen bereits fest in die Entwicklungsprozesse eingebunden. Jörg Flerlage von Audi Electronics Venture zog den Vergleich mit der Situation im Jahr 2009, als der Hype um Apps und Smartphones vor seinem Höhepunkt stand. Inzwischen hat man einige Erkenntnisse gewonnen und ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt. Sowohl Audi wie auch BMW stellen ein Software Developer Kit (SDK) zur Verfügung, mit dem Entwickler fahrzeugbezogene Apps realisieren können, die dann den Freigabeprozess des OEM durchlaufen. Mit je einer Variante für die marktbeherrschenden Systeme Android und iOS ist sicher gestellt, dass die große Mehrheit der Smartphonebesitzer erreicht wird. Da man sich bei Audi und BMW hier auf gleicher Entwicklungsstufe sieht, ist eine Zusammenarbeit durchaus angedacht.

Welche Ansätze zur Erweiterung von Infotainmentsystemen prinzipiell in Frage kommen und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen, erläuterte Felix Traier von GIGATRONIK. Bei der Remote-Lösung, für die sich Audi und BMW entschieden haben, werden Apps auf dem Smartphone verwaltet und im Infotainmentsystem zur Anzeige gebracht. Ein anderer Ansatz ist die Ausführung der Apps in einem Browser auf dem Infotainmentsystem, oder die Head Unit nutzt selbst ein Betriebssystem wie Android, das die Apps verwaltet. Für die Wahl entscheidend sind dabei Faktoren wie Sicherheit, Performance und eine möglichst hohe Integration in das bestehende System.

Ein Beispiel für eine leistungsfähige Automotive-App lieferte Dr. Jochen Palmer von Daimler, der den Verkehrsdienst LiveTraffic für das Mercedes COMAND Online System vorstellte. Besonderen Anklang beim Publikum fand auch der innovative Ansatz von Masterstudenten der Hochschule der Medien Stuttgart, die durch Gamification zu spritsparendem Fahren animieren wollen. Ihre App IVY generiert zu jeder Fahrt eine passende Aufgabe für den Fahrer, um einen möglichst spritsparenden Fahrstil zu erreichen, und verleiht am Ende der Route eine entsprechende Medaille.

Die Verwendungsmöglichkeiten von Apps im Fahrzeug sind vielseitig, entscheidend für den Erfolg ist letztlich der Kunde. Darum legten Jakob Kleinsasser von Dimoco und Sabine Ettema von GIGATRONIK bei ihrer Präsentation den Fokus auf die Anforderungen aus Benutzersicht und zeigten auf, wie OEMs den Kundennutzen auch für sich selbst gewinnbringend einsetzen können.

Abseits der Vorträge veranschaulichten Exponate wie das GIGATRONIK E-Quad mit Steuerung via Tablet oder der multimodale HMI-Demonstrator die Entwicklertätigkeit und dienten als Diskussionsgrundlage. Neben fachlichem Austausch wurden die Pausen aber vor allem intensiv zum Erweitern der Netzwerke genutzt. In einem so dynamischen und heterogenen Entwicklungsfeld sei das besonders wichtig, betont Dr. Edwin Tscheschlok, Vorsitzender der Geschäftsleitung der GIGATRONIK-Gruppe. "Seit der ersten A2A vor drei Jahren wurden bereits viele branchenübergreifende Kooperationen im Bereich automobiler Vernetzung und Applikationen geschlossen, die zeigen, dass wir mit unserem Konzept einer interdisziplinären Veranstaltung die richtigen Impulse setzen.", so Tscheschlok.

Udo Würth, Geschäftsleiter von GIGATRONIK Mobile Solutions und Gesamtkoordinator der A2A, zieht ein positives Fazit: "Das Besondere an der A2A Fachtagung ist die Mischung der Vorträge und der offene Austausch zwischen den OEMs und den Entwicklungspartnern. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Referenten und Teilnehmern und freuen uns bereits auf die Fortsetzung im nächsten Jahr."

Florian Rubländer
Corporate Communications

communications-germany@no-spam-pleaseakka.eu