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A2A – SMART WORLD SYMPOSIUM 2018: Menschen und Technik digital vernetzen

Am 21. Juni traf in der Oldtimer Fabrik Classic in Neu-Ulm Historik auf die digitale Welt der Zukunft. Zum neunten Mal vernetzten sich beim A2A – SMART WORLD SYMPOSIUM Teilnehmer aus Forschung und verschiedensten Branchen der Wirtschaft und diskutierten über die Trends und Herausforderungen der smarten digitalen Welt.


Die digitale Transformation bedeutet weit mehr als einen reinen technologischen Wandel. Sie verändert unsere Welt, indem durch neue Technologien neue Wege der Interaktion zwischen Mensch und Technik entstehen, sich neue Services und Geschäftsmodelle etablieren und die Digitalisierung so schließlich ein Umdenken unserer Gesellschaft bewirkt. In den vielfältigen Vorträgen aus der Forschung und verschiedensten Wirtschaftszweigen teilten die Referenten des diesjährigen A2A – SMART WORLD SYMPOSIUM mit den rund 70 Teilnehmern, welche Chancen, Risiken, Investitionen und Herausforderungen der Digitalisierung sie aktuell beschäftigen. Auch in diesem Jahr bewährte sich das Konzept der Veranstaltung, mit einem Mix aus spannenden Vorträgen, Exponaten und Networking-Angeboten die Teilnehmer aus unterschiedlichsten Branchen zu vernetzen.

Mit einem Umriss der Herausforderungen auf dem Weg zu einem „Silicon Germany“ begrüßte Felix Traier, Teamleiter User Experience bei AKKA und Gesamtkoordinator des A2A-Symposium, die Teilnehmer und leitete das Vortragsprogramm ein. Für ihn ist klar, Technologien wie Virtual Reality verändern die Art, wie wir mit Dingen interagieren, deshalb geht es beim Thema Digitalisierung auch darum, Menschen und Technik miteinander zu vernetzen. Den Fortschritt durch neue Technologien und Wagnisse in Deutschland aktiv voranzutreiben, heißt auch die typische Null-Fehler-Philosophie aufzubrechen – eine Herausforderung insbesondere für die Mobilitätsbranche. Hier helfen Beratungs- und Entwicklungsdienstleister wie AKKA, die als Partner der Mobilitätsindustrie agieren. Achim Wohnhaas zeigte das Leistungsspektrum von AKKA als End-to-End Lösungsanbieter auf, der mit seinen Schwerpunkten Automotive, Aerospace, Digital und Consulting die Digitalisierung mitgestaltet und Innovationen bei seinen Kunden hereinträgt.

Digitalisierung als Chance für die Wirtschaft

Welche Bedeutung Digitalisierung für den gesamten Entwicklungsprozess hat, erklärte Referent Matthias Schmich von Siemens Industry Software in seinem Vortrag. Die Herausforderung, trotz immer größerer Variantenvielfalt und zunehmender Komplexität Produkte schneller auf den Markt zu bringen, gelinge durch digitale Absicherung, so Schmich. In einem „digitalen Zwilling“ werden dafür alle Informationen und Prozesse des Produktes, der Produktion und der Performance erfasst, so könnten beispielsweise die vollständige Inbetriebnahme durch Simulation digital abgesichert und damit maßgeblich Zeit und Kosten gespart werden.

Ein Beispiel für eine umfassende Digitalisierungsstrategie beschrieb Boaz Heller in seinem Vortrag zum Projekt „Smart Rail 4.0“ der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). In den 5.000 Stellwerken der SBB ist heute noch vieles analog und festverdrahtet, das bedeutet sowohl geringe Flexibilität als auch hohe Kosten bei der Wartung. Im Projekt Smart Rail möchte die SBB 70 % der teuren Außenanlagen reduzieren und so 450 Mio. CHF pro Jahr einsparen. Signale beispielsweise werden dem Fahrer dann digital im Zugcockpit angezeigt. Das Digitalisierungsprojekt umfasst Traffic Management, Stellwerke, Lokalisierung und autonomen Fahrbetrieb. Bereits bis 2020 sind automatische Fahrplananpassungen und teilautomatisiertes Rangieren geplant, die die Kapazität und Effizienz verbessern.

Dort, wo Digitalisierung bereits stattgefunden hat, findet man deren Rohstoff meist in riesiger Menge: Daten. Über die Herausforderung, aus rohen Daten nutzbringende Antworten zu schaffen, berichtete Data Scientistin Katharina Schüller von STAT-UP. Es gelte, Zusammenhänge zwischen Daten herzustellen, zu deuten und letztlich zukünftige Ereignisse zum eigenen Vorteil zu steuern. Als Erfolgsfaktor für die Datenstrategie nicht zu unterschätzen sei dabei eine ergebnisoffene Einstellung des Managements.

Smarte Technik, smarte Welt


Welche Produkte und Services haben Potenzial für die smarte Welt der Zukunft und wie bedienen wir sie und interagieren mit ihnen? Einen Ausblick darauf gaben vier Kurzvorträge von Eyetracking über Emotionserkennung in Kameras bis zum Elektrokickroller und Impulsen für die Appentwicklung. Zielgruppengenaue Entwicklung ist bei Apps entscheidend, wie Lars Helmuth Probst und Patrick Solisch von der Hochschule Esslingen in ihren wissenschaftlichen Arbeiten herausgefunden haben. So stehen die Chancen gut, dass auch ältere Menschen an der smarten Welt teilnehmen und beispielsweise Connected-Car-Apps für autonome Elektroleichtfahrzeuge nutzen. Karsten Füßer von KADAKON gab in seinem Vortrag weitere Zutaten eines Erfolgsrezepts für Apps preis: Ein Trigger zur Benutzung der App müsse gefunden werden und es müsse für eine abwechslungsreiche Belohnung für den Nutzer gesorgt werden.

Auch Exponate der AKKA Group luden die Teilnehmer dazu ein, die smarte Zukunft zu erleben: Eine VR-Brille versetzte die Teilnehmer in den Weltraum und demonstrierte, wie Objekte virtuell in 3D erkundet werden können. Ein reales Landschaftsmodell mit Parkplatz-, Licht- und Füllstandsensoren zeigte, wie mit spezieller Ultraschmalbandtechnologie Sensordaten kosten- und energieeffizient übertragen und genutzt werden können. Jens Binder von iThinx stellte die dafür genutzte Low-Power-WAN-Technologie in seinem Vortrag genauer vor. Sie gilt wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten als Schlüsseltechnologie für den Volumenmarkt im IoT-Umfeld.

Mobilität der Zukunft

In der Automobilindustrie ist meist eher Breitband als Schmalband gefordert, denn gerade in der Entwicklung autonomer Fahrfunktionen entsteht ein extrem hoher Datendurchsatz. AKKA Provetech zeigte als Exponat eine Messtechnik, die im Fahrzeugkofferraum sitzt und Fahrzeugdaten mit den Daten von 4 Rundum-Kameras verknüpft. Während längerer Testeinsätze werden nur die zuvor definierten Szenarien aufgezeichnet und können so bei der Auswertung im Nachgang optimal zugeordnet werden.

Autonomes Fahren als eines der wichtigsten Zukunftsthemen für die Automobilindustrie bietet dieser zugleich völlig neue Chancen und auch Risiken. Auf das „OEM Future Mobility Dilemma“ ging Frank Halmen von AKKA in seinem Vortrag ein. Nach der Erwartung der Nutzer sollten unsere Fahrzeuge in den nächsten 5 Jahren autonom fahren. Wer aber wird das Zepter in der Hand haben, wenn es darum geht, die gewonnene Zeit im Fahrzeug zu nutzen? Die digitalen Riesen Amazon und Google haben ihren Erfolg ihrer Anpassungsfähigkeit und kontinuierlichen Investition in neue Geschäftsmodelle zu verdanken. Ob sie mit ihrer Strategie auch in dieses Szenario eindringen oder die OEMs es für sich beanspruchen können, wird sich zeigen. An Ideen mangelt es den OEMs nicht: Igor Troskin von Audi präsentierte eine Vielzahl an Impulsen für fortschrittliche Services für die „25th Hour“ im autonomen Fahrzeug. Man zielt dabei auf eine vollständige Integration des Fahrzeugs in die Infrastruktur ab, bis hin zur automatischen Bezahlung des Tankvorgangs, Shared Mobility oder der Stromnutzung des E-Autos während Standzeiten. Viele Klicks auf dem Smartphone sollen für die angedachten Anwendungen nicht mehr nötig sein, der Trend geht in Richtung Sprachsteuerung bis hin zur vollständig automatisierten Ausführung.

„Das Thema Digitalisierung verändert die Welt und betrifft uns somit alle. Das wurde am regen Austausch der Teilnehmer deutlich“, resümiert Felix Traier. „Besonders freut mich das positive Feedback der Teilnehmer zum Format und der Themenauswahl.“ Die neunte Ausgabe des A2A – SMART WORLD SYMPOSIUM knüpfte an das Konzept des Vorjahres an, ein breites Themenspektrum der smarten Welt aufzuzeigen und die Vernetzung der Teilnehmer in den Fokus zu rücken.

Kristin Roth
Unternehmenskommunikation

kristin.roth@no-spam-pleasegigatronik.com